Reittherapie

Oft ist es gerade die Reittherapie mit dem Pferd/ Pony als Co- Therapeuten, die Großes bewirkt bzw. Festgefahrenes verändern kann.
Unsere Diplom- Pädagogin und Reittherapeutin hat sich bei der Reittherapie auf AD(H)S (war ihr Diplomarbeitsthema), Angststörungen, Scheidungskinder, Depressionen, Frühförderung ab 2 Jahren, Stressbewältigung, Konzentrations-, Selbstwert- und Schulprobleme spezialisiert. Die Therapieeinheiten finden entweder in Einzel- oder Kleingruppen statt.
Im Folgenden ein Artikel, den wir in einer Zeitung veröffentlicht haben: "Reittherapie was ist das überhaupt", fragte mich vor kurzem eine Mutter," wobei kann man sie einsetzen?" Durch dieses Gespräch wurde mir klar, wie wenig doch der effektive und vor allen Dingen vielfältige Einsatz dieser Therapieform bekannt ist.
Reittherapie ist mehr als nur "reiten". Die Klienten lernen am, mit und auf dem Pferd ihre Probleme selber zu kennen, zu bewältigen bzw. damit umzugehen. Von großer Bedeutung ist das Pferd als Co- Therapeut, das je nach Charakter des Klienten, seinen Problemen bzw. in welcher Phase der Therapie er sich befindet, vom Therapeuten ausgewählt wird.
Die Einsatzmöglichkeiten des Pferdes sind sehr vielfältig. Ein wichtiger Aspekt, das Pferd lässt sich nicht belügen, es spiegelt den Klienten so wieder, wie er wirklich ist. Ein Kind das z. B. Angst hat, signalisiert das dem Pferd durch viele Merkmale (Körpersprache, Geruch usw.), die wir Menschen häufig schon gar nicht mehr wahrnehmen.
Ein hyperaktives (ADHS) Kind lernt mit Hilfe des Pferdes sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren und mit eingeübten Verhaltensweisen zu entspannen (z. B. Atemtechniken). Ein ängstliches lernt durch die Arbeit mit dem großen Tier, durch immer wieder neue Herausforderungen, Vertrauen zu seinen eigenen Fähigkeiten aufzubauen und Ängste abzubauen.
Welches Kind ist nicht stolz auf sich, wenn ihm ein so großes Tier ohne alles folgt. Bei dieser Freiarbeit mit dem Pferd lernt der Klient durch eine aufrechte und dominante Körperhaltung sich in die Position eines ranghöheren Tieres zu bringen. Diese eingeübte Haltung verhilft ihm zu einem selbstbewussteren Auftreten im Berufs- und Schulalltag.
Die dreidimensionalen Bewegungen des Pferdes senden viele Reize aus, die das Gehirn des Klienten stimulieren, dies nutzt der Therapeut für viele Störungsbilder unter anderem bei Schulproblemen, Verspannungen, und in der Frühförderung ab 2 Jahren (von Anfang an ein selbstbewusstes Kind- Ängste und andere Störungsbilder gar nicht erst entstehen lassen).
Sehr Erfolg versprechend ist der Einsatz der Reittherapie bei Kindern, die sich in ihre eigene Welt zurückgezogen haben (teilweise nicht einmal mehr sprechen), Ereignisse hierfür sind oft traumatische Erlebnisse wie z. B. Unfälle oder Scheidungen. Der Therapeut schickt das Pferd vor, um über das Tier wieder Vertrauen zum Menschen aufzubauen.
Allen Therapien gemein ist, dass der Therapeut die jeweiligen Stunden schriftlich vor- und nachbereitet. Sie folgen dem Grundsatz dem Klienten zuerst eine angenehme Atmosphäre des Beziehungsaufbaues mit keinen bzw. nur leichten Anforderungen zu schaffen und ihn erst nach und nach immer mehr mit seinen Problemen zu konfrontieren.
Leider konnten hier nur einige Beispiele der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Reittherapie angeschnitten werden, da dies sonst den Rahmen des Artikels sprengen würde.